Projekt-Details

FLANKIERENDE PLÄTZE BITBURG

Ort und Aufgabe

Die Altstadt Bitburgs wird durch einen Stadtring eingefasst, entlang der man zahlreiche Platzsituationen und Eingänge findet, die in die Altstadt führen. Im Nordwesten wird die Altstadt durch die Plätze „Am Markt“ und „Grüner See“ flankiert. Diese werden trotz ihrer prominenten Lage der Funktion als Stadteingänge, repräsentative urbane Plätze und qualitätsvolle Aufenthaltsorte nicht gerecht. Mit der Neugestaltung werden diese beiden funktional und räumlich fragmentierten Platzsituationen gefasst, neu strukturiert und in den gesamtstädtischen Kontext integriert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stadträumliches Konzept

Um die Funktion der Plätze „Am Markt“ und „Grüner See“ zu erfassen, muss man sich zunächst der Struktur der gesamten Altstadt Bitburgs bewusst werden. Diese basiert auf dem römischen Kastell und seiner mittelalterlichen Erweiterung. Die historischen Strukturen sind in weiten Teilen trotz städtebaulicher Überformungen noch erkennbar. Die Ringstraße folgt in etwa dem Verlauf der abschnittsweise noch erhaltenen Stadtmauern. Die zu bearbeitenden Plätze reihen sich in eine Platzfolge ein, die die Altstadt flankiert. Die verschiedenen Plätze sind durch ihre stadträumliche Lage – je nach Bestand und Bedarf – auch in ihrer Funktion unterschiedlich. Die bestehenden Grünstrukturen werden zu einer „Grünen Klammer“ ergänzt und heben die Altstadt  stadträumlich hervorhebt. Durch eine gleichartige Pflasterung werden die Plätze sowohl entlang der Ringstraße als auch über die Fußgängerzone miteinander verknüpft.

 

Städtebauliche Konzeption und Infrastruktur

Die beiden Plätze „Am Markt“ und „Grüner See“ stellen wichtige Ein- und Übergänge in die Altstadt von Westen dar, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Lage und Funktion voneinander. Verbunden werden sie über eine einheitliche Pflasterung und weitere Baumpflanzungen im Bereich des Ideenteils. In der Flucht der Eingänge in die Stadt werden Fußgängerüberwege im selben charakteristischen Pflaster über die Ringstraße „Am Markt“ / „Römermauer“ vorgeschlagen. Diese gewährleisten zum einen eine sichere und einfache Überquerung der vielbefahrenen Straße und zum anderen „vernähen“ sie durch das Hervorheben der Stadteingänge die umgebende Stadt besser mit der Altstadt.

Die Nebenstraße „Am Markt“, wird im Bereich zwischen Schaken- und Ludengasse – außer für die Anlieger – für den MIV gesperrt. Der Bereich zwischen Ludengasse und Karenweg wird zu einem verkehrsberuhigten Bereich mit Einbahnstraßenverkehr umgestaltet, in dem der Fußgänger Vorrang vor dem motorisierten Verkehr hat. Die Oberfläche wird als eine ebene, zusammenhängende Pflasterfläche ausgeformt. Alle mindestens geforderten Parkplätze inklusive der Behindertenparkplätze können auf beiden Flächen nachgewiesen werden. Die Beleuchtung der Bereiche folgt den Empfehlungen des Masterplans Licht. In die Bestandstopographie wird nicht eingegriffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Platzgestaltung „Grüner See“

Den „Grünen See“ dominieren die Reste der mächtigen römischen und mittelalterlichen Befestigungsanlage sowie der Kirchturm der Liebfrauenkirche. Angelagert am „Grünen See“ befinden sich zahlreiche wichtige städtische Funktionen wie der direkte Zugang zum Rathaus und zur Fußgängerzone, das auf der anderen Straßenseite gelegene Stadthaus und die Gebäude der Brauerei Simon, ein Wahrzeichen Bitburgs. Somit übernimmt der „Grüne See“ eine vorrangig repräsentative Funktion, die durch Aufenthalt und Dokumentation bei gleichzeitiger Wahrung multifunktionaler Ansprüche ergänzt wird. Die Gestaltung berücksichtigt dabei die wichtigen Wegeverbindungen zur Innenstadt. Die straßenbegleitenden Bestandsgehölze bleiben erhalten.

Der „Grüne See“ nimmt auch gesamtstädtisch eine übergeordnete repräsentative Funktion ein, da hier die Stadtmauer originalgetreu restauriert wurde und nun angemessen in Szene gesetzt werden kann. Dies wird durch die Umsetzung des Masterplans Licht in Form einer linearen Beleuchtung und die Hervorhebung des Verlaufs der Mauer durch ein hochwertiges Natursteinband erreicht. Die offene Platzfläche verleiht der Befestigungsanlage Raumwirkung. Das Wasserspiel auf der Platzfläche unterstützt den repräsentativen Charakter, lädt zum Spielen ein und weist auf die historische – und in der Ortsbezeichnung noch enthaltene – Funktion als Wassergraben hin. Bänke bieten Aufenthaltsmöglichkeiten und rahmen den Platz, der davon abgesehen frei von Möblierung bleibt. Seine Multifunktionalität bleibt somit erhalten. Die Außengastronomie des ansässigen Lokals kann sich weiter zum Platz hin öffnen und diesen im südlichen Teil bespielen. Die Stelen des Archäologischen Parcours fügen sich wie selbstverständlich in die Gestaltung ein. Die Parkflächen sind zurückhaltend im nördlichen Bereich entlang der Straße angeordnet und werden über die schon bestehende Zufahrt zur Tiefgarage erschlossen. Hier hat der Fußgänger dem motorisierten Verkehr gegenüber Vorrang.

 

Platzgestaltung „Am Markt“

Die Fläche „Am Markt“ wird freiräumlich dem neugestalteten Konrad-Adenauer-Platz zugerechnet, jedoch größtenteils durch die Ludengasse von diesem getrennt. Während der Konrad-Adenauer-Platz parkartig geprägt ist und vor allem Funktionen wie Aufenthalt und Kinderspiel aufnimmt, ergänzt die Fläche „Am Markt“ diesen Bereich durch die Funktionen Erinnerung und Dokumentation. Sie bietet eine urbanere, durch den Baumhain jedoch grün geprägte Aufenthaltsqualität. Bestandsbäume werden weitestgehend erhalten und durch Neupflanzungen ergänzt. Durch eine großzügige Natursteinbank wird der ehemalige Verlauf der – hier mittelalterlichen – Stadtmauer nachgezeichnet. Sie wird, analog zu der beleuchteten Stadtmauer am „Grünen See“, durch ein lineares Leuchtelement in Szene gesetzt und bodengleich fortgeführt. In ihrer Oberfläche sind die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Stadt Bitburg abzulesen. Das von Sebastian Langner entworfene Mahnmal findet, wie von dem Künstler angedacht, im nördlichen Bereich der Fläche seinen angemessenen Platz. Die genaue Positionierung wird im Nachgang mit dem Künstler festgelegt. Diese Orte der Erinnerung und Dokumentation liegen in einer von einer metallenen Intarsie eingefassten Fläche aus wassergebundener Wegedecke. Dieser Materialwechsel unterstreicht die Besonderheit des Ortes.

Der bestehende Pavillon, das Vereinsheim der Radsportfreunde Bitburg, wird in die Platzgestaltung integriert. Die Freifläche kann vom Verein multifunktional genutzt werden. Fahrradstellplätze werden auf der Teilfläche südlich der Ludengasse angeboten. Hier findet eine Stromtankstelle für E-Bikes ihren Platz. An zentraler Stelle ist dort der Behindertenparkplatz verortet. Weitere Parkplätze befinden sich am südlichen Ende der Nebenstraße „Am Markt“.

Standort
Bitburg


Bauherr
Stadt Bitburg


Projektpartner
-


Gesamtbaukosten
-


Bausumme Freianlagen
-


Planungs- und Bauzeit
in Planung


Wettbewerb
1. Preis Realisierungswettbewerb 2018