Projekt-Details

STÄDTEBAU

Die Ziele der städtebaulichen Entwicklung des ehemaligen Kasernengeländes am Wingertsbuckel bestehen in der Verknüpfung des Stadtteils Freudenheim mit der entstehenden Parklandschaft über den Wingertsbuckel hinweg, sowie in der selbstverständlichen Integration des „grünen Betriebshofes“ in das neue Wohnquartier. Der stadträumliche Brückenschlag über den Wingertsbuckel soll durch Anlehnung an die Strukturen der um den Adolf-Damaschke-Ring befindlichen Wohnbebauung und die Fortführung der dort befindlichen Grünräume gelingen. Den Auftakt des neuen Quartiers bildet ein Quartiersplatz mit Markt- und Bürgerhalle sowie Angeboten im Bereich Handel, Gastronomie und Dienstleistung. Eingefasst von ehemaligen Kasernengebäuden, ist der Platz die verbleibende Reminiszenz an die bisherige Kasernennutzung und erhält hierdurch seine spezifische Identität. Aus diesem Grund wird ein Erhalt der beiden nördlichen Kasernengebäude nicht erwogen. Jedoch wird deren Kubatur durch neue Wohnbauriegel nachgezeichnet, so dass der stadträumliche Charakter der ehemaligen Gesamtanlage in Grundzügen erhalten bleibt. Die Grüne Mitte der Anlage wird durch eine lockere Anordnung von Stadthäusern nachverdichtet. Die Zielstellung das Quartier in die Parklandschaft auslaufen zu lassen und an diese freiräumlich anzubinden steht hierbei im Vordergrund, soll erlebbar sein und eine wesentliche Qualität der Wohnanlage darstellen. Im östlichen Teil, entlang der Talstraße, wird der Brückenschlag über den Wingertsbuckel, gleichermaßen mit der Übernahme der Bebauungsstruktur am Adolf-Damaschke-Ring vollzogen. Jedoch werden hier, aufgrund der Nähe zum Wingertsbuckel straßenabgewandte Laubenganghäuser vorgeschlagen. Der städtebauliche, lineare Duktus der Wohnbauriegel wird im Bereich des Betriebshofes übernommen. Das zentrale Personal und Verwaltungsgebäude wird durch eine 4-geschossigen Kopfbau als Adresse der Anlage herausgebildet und somit als identitätsstiftender Anlaufpunkt erlebbar sein. Nach Westen zum neuen Wohnquartier schließt der Betriebshof mit eingeschossigen, intensiv begrünten Hallenbauten ab, die einerseits Sicht- als auch Lärmschutz bieten werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GRÜNER BETRIEBSHOF

Der grüne Betriebshof wird städtebaulich in die Entwicklung des Gebietes nördlich des Wingertbuckels eingebettet, ist aber aufgrund der räumlichen Einfassung an Süd-, West- und Nordseite eine in sich abgeschlossene Anlage. Nach Westen zum neuen Wohnquartier wird Sie durch die Hallenbauten der Werkstätten und Innenlager optisch und akustisch abgetrennt. Hingegen zur Talstraße öffnet sich der Bereich und gibt Blicke in den Betriebshof frei und ergänzt somit erlebbar das angrenzende Gewerbegebiet an der Talstraße. Die Adresse und den zentralen Anlaufpunkt der Anlage bildet das Hauptgebäude, welche sich durch den viergeschossigen Kopfbau nicht nur auf dem Betriebshofgelände selbst, sondern auch an der Talstraße deutlich sichtbar hervorheben wird. In dem Hauptgebäude befinden sich neben Empfang, Verwaltung und Personalumkleiden auch die Aufenthaltsräume, die zu einem Großraum zusammenschaltbar, unmittelbar an den betriebshofinternen Garten- und Grünbereich angrenzen, welcher somit nicht nur als Demonstrationsfläche dient, sondern auch zum Aufenthalt für das Personal in Pausen und bei Veranstaltungen einlädt. Dieser Betriebshofgarten trennt einerseits den übrigen Betriebshof mit Stellplatz und Lagerflächen von dem Verwaltungs- und Personalbereich ab, bildet anderseits aber auch eine Durchluftschneise in Ost-West-Richtung, die durch einen abgesenkten Hallenbereich an der Westseite in das Wohnquartier fortgeführt wird. Die Konstruktion der Betriebshofgebäude besteht aus Stahlbetonfertigelementen, die auf ein gleichbleibendes Konstruktionsraster bei allen Gebäuden basiert und dadurch eine wirtschaftliche Erstellung erwarten lassen. Die Gebäude werden aus Nachhaltigkeitsgründen aber auch hinsichtlich der Einfügung in die Umgebung, insbesondere zur angrenzenden Wohnbebauung mit einer Ziegelsteinverblendung versehen. Fassadenbegrünung unter anderem an der West- und Nordfassade sind ein zusätzlicher Beitrag, den grünen Betriebshof in die umgebende Parklandschaft zu integrieren. Dächer werden durchweg als begrünte, bei den eingeschossigen Hallen als intensiv begrünte Dächer ausgebildet. Das zentrale Parkdeck wird ebenfalls auf der oberen Parkebene großflächig begrünt und somit in das durchgrünte Gesamtkonzept des Betriebshofes integriert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WOHNQUARTIER WINGERTSBUCKEL

Das neue Wohnquartier am Wingertsbuckel, unmittelbar angrenzend an die zukünftige Parklandschaft der Bundesgartenschau, ist in drei Teilbereiche untergliedert. Im ersten Teilbereich an der Talstraße befinden sich abgewandt von der Straße Wingertsbuckel drei 4-geschossige Laubenganghäuser, die mit den Laubengangerschließungen im Süden die Schallquelle Wingertsbuckel und im Norden die Schalquelle der Zufahrt in das Quartier minimieren. In den Laubenganghäusern befinden sich vornehmlich kleine bis mittlere Wohnungen, die sich mit den Wohnbereichen zu 2 ruhigen, begrünten autofreien Innenhöfen orientieren. Parkplätze werden in diesem Bereich in Tiefgaragen zu Verfügung gestellt. Der zweite Teilbereich bildet mit dem Quartiersplatz das Zentrum des neuen Quartiers. Die Raumkanten des Quartiersplatzes werden durch die bestehenden Kasernengebäude gebildet. Die Gebäude an Ost und Westkante werden für eine Umstrukturierung zu Wohnzwecken herangezogen. Das Gebäude an der südlichen Platzkante steht für eine gewerbliche Nutzung im Bereich Handel und Dienstleistung zur Verfügung. Das Gebäude an der Nordkante, das zentrale Gebäude der Gesamtanlage, ist als Markt- und Bürgerhalle, mit Bürgercafé der zentrale Treffpunkt und Ort für Veranstaltungen auch über die unmittelbaren Quartiersgrenzen hinaus. Der dritte Teilbereich nimmt städtebaulich Bezug auf die ursprüngliche Kasernennutzung, ohne jedoch die bestehenden Kasernengebäude zu berücksichtigen, so dass dem oben genannten Quartiersplatz mit der historischen Einfassung über ein markantes Alleinstellungsmerkmal der spezielle Charakter verliehen wird. Die Bebauung im dritten Teilbereich setzt sich daher aus zwei 4-geschossigen Neubauriegeln und sechs 4-geschossigen Stadthäusern zusammen. Der Charakter der Anlage zielt einerseits darauf einen Abschluss zur nördlich angrenzenden Parklandschaft zu bilden, anderseits soll die Anlage auch von der Nähe zu dem zukünftigen Parkgelände profitieren. Daher öffnet sich der zentrale Wohnbereich stadträumlich nach Norden und verknüpft die Gemeinschaftsflächen um die Stadthäuser mit dem anschließenden Park. Die versetzte Anordnung der Stadthäuser wird zudem den Bewohnern den attraktiven Blick nach Norden aus vielen Wohnungen der Anlage erlauben.

Standort
Mannheim


Bauherr
GBG - MANNHEIMER WOHNUNGSBAUGESELLSCHAFT MBH / STADT MANNHEIM2


Projektpartner
MVM+STARKE ARCHITEKTEN, KÖLN


Gesamtbaukosten
-


Bausumme Freianlagen
-


Planungs- und Bauzeit
IN PLANUNG


Wettbewerb
1. PREIS REALISIERUNGSWETTBEWERB 2018