Neugestaltung Bahnhofsareal Ibbenbüren

Ein Platz, der verbindet

Als wesentlicher Teil der öffentlichen Infrastruktur kommt dem Bahnhof Ibbenbüren als „Tor zur Stadt“ ein besonderer Stellenwert im Stadtbild zu. Mit etwa 4.800 Fahrgästen an Werktagen stellt der Bahnhof bereits heute einen hochfrequentierten Nahverkehrsknotenpunkt in der Region dar. An zentraler Stelle im Stadtraum gelegen, sind der Bahnhof und sein Umfeld nicht nur ein bedeutendes Eingangstor zur Stadt Ibbenbüren, sondern ebenso einer der zentralen öffentlichen Räume im Stadtgefüge Ibbenbürens.
Der neue Bahnhofsvorplatz nimmt als Gesicht der Stadt, als erste Geste für Ankommende und letzte Erinnerung für Abreisende eine wichtige Rolle ein. Es gilt einen Ort zu schaffen, der Ibbenbüren repräsentiert. Ein Ort, an dem man sich trifft und der Raum für Dialog bietet. Ein Ort, der einen vor der Reise tief Luft holen und nach der Reise erleichtert aufatmen lässt.

Städtebauliches Konzept

Um dieser Wichtigkeit Raum zu geben, zieht unser Entwurf mit der städtebaulichen Geste ein großzügiges Platzgefüge auf. Wir interpretieren das neue Hotelgebäude, das Fahrradparkhaus und das bestehende Bahngebäude als ein Ensemble, das die Platzkanten für den neuen Bahnhofsvorplatz bildet. Um die notwendige Klarheit zu erreichen, integrieren wir das Fahrradparkhaus als ein Kernelement des Mobilitätskonzeptes im Höhensprung zwischen Platz und Gleisniveau. Durch seine Lage nimmt der Bahnhofsplatz neben der repräsentativen Funktion auch die des Auftakts zur Innenstadt Ibbenbürens ein. Der funktional dem Thema der Mobilität zugeordnete Busbahnhof mit MIV-Stellplätzen und Taxistand führt den Platz in Süd-Ost-Richtung räumlich fort. Bahnhofsplatz und Busbahnhof verschmelzen zu einem Raum und unterstreichen die Großzügigkeit der Willkommensgeste des Ibbenbürener Bahnhofs.
Der eindeutigen städtebaulichen Geste folgend definiert sich der Charakter des Bahnhofsplatzes über drei Facetten. Die Erfüllung der Ansprüche an die Mobilität steht an erster Stelle. Als Kontaktpunkt zwischen ÖPNV, Bahnhof, Fahrradverkehr und fußläufigem Verkehr entsteht auf dem Bahnhofsvorplatz ein wichtiger, eindeutiger Knotenpunkt. Die von Nord-Westen kommenden parkähnlichen Strukturen führen wir fort. Sie geben dem Bahnhofsvorplatz die zweite Facette und damit seine grüne Note. Die dritte Facette resultiert aus dem Gedanken, dass die Innenstadt sich über den Abzweig der Wilhelmstraße bis zum Bahnhofsvorplatz fortführen lässt. Damit ist der neue Bahnhofsvorplatz Auftakt der Innenstadt. Diese drei Facetten bilden den Charakter des Ortes und geben damit das Programm vor.

Platzraum

Durch Kommunikation, Dialog, Mobilität und gestalterische Qualität gepaart mit reibungsloser Funktionserfüllung wird der Bahnhofsplatz zu einem besonderen Ort.
Das Kernelement des Platzes ist die Tribüne. Eine großzügige grüne Böschung mit integrierten Sitzkanten überwindet den zwischen Gleis- und Platzniveau bestehende Höhenunterschied. Auf den Platztribünen sitzend schweift der Blick über das geschäftige Treiben. Ein repräsentativ wirkender Brunnen mit Sprudel-Fontänen schafft eine Setzung und ist nicht nur in den Sommermonaten ein Magnet für Besucher und spielende Kinder. Der Brunnen dient temporär als Bühne, um bei Veranstaltungen zusammen mit der Tribüne ein Ensemble zu bilden. Die großzügige Platzfläche ermöglicht eine Bespielung mit Veranstaltungen oder beispielsweise Food-Trucks. So entsteht mit dem Bahnhofsvorplatz ein pulsierender Ort, der das Stadtgefüge sinnvoll erweitert.
Der durch das Bahnhofswäldchen auf den Platz gebrachte grüne Charakter manifestiert sich in den ökologisch wertvollen und als Retentionsraum genutzten Pflanzinseln. Kommunikative Sitzkanten und eine Fläche mit wassergebundener Wegedecke unterstreichen den Wohlfühlcharakter. An der süd-östlichen Kante definieren zwei große, beidseitig nutzbare Sitzelemente den fließenden Übergang zum Busbahnhof und funktionieren als subtiles Bindeglied der beiden Räume.

Ausstattung und Materialität

Ein individueller Materialkanon unterstützt die Willkommensgeste. Warme grau-braun Töne erinnern an den Ibbenbürener Sandstein und schaffen eine freundliche Atmosphäre. Zur Stärkung der Platzmitte unterscheiden wir in der Belagsmaterialität zwischen Bewegungsbereichen und Platzintarsie. Richtungsloser, großformatiger Belag auf der Platzintarsie und ruhiger, struktur-bringender, längstformatiger Belag, in Reihe verlegt, zurren den gesamten Raum zusammen. Im Fahrbereich des Busbahnhofs wird dem hohen Nutzungsdruck entsprechend eine Ortbetondecke verbaut. Großzügige Bahnhofsbänke und die große Freitreppe aus hochwertigen Betonelementen sichern ein Sitzangebot. Skulptural wirkende Lichtmasten unterstützen nachts eine freundliche und sichere Atmosphäre.
Um die Unterführung stärker mit dem Bahnhofsplatz zu verbinden, führt der Entwurf den Bodenbelag vom Platz kommend fort. Für die Fassaden der Unterführung schlagen wir ein in Gelbtönen changierendes Muster vor, das die Unterführung optisch aufwertet und freundlicher gestaltet. Die für die Geschichte Ibbenbürens wichtigen geologischen Schichten werden durch eine künstlerische Gestaltung dieser Fassade aufgedeckt und erlebbar gemacht. Das Ankommen am Bahnhof ist somit ein besonderes Erlebnis und der Bahnhof bekommt ein einmaliges Markenzeichen.
Für einen qualitativ hochwertigen Grünanteil sorgen die Pflanzinseln auf dem Bahnhofsvorplatz. Sie schaffen ausreichend Wurzelvolumen, Retentionsraum und Abkühlung. Schattenspendende Baumsetzungen und standortgerechte Unterpflanzung kombiniert mit Sitzangeboten generieren Aufenthaltsqualität, Belebung und damit auch soziale Kontrolle auf dem neuen Bahnhofsvorplatz

Verkehr und Mobilität

Der Bahnhofsvorplatz bündelt zukünftig die verschiedenen Mobilitätsarten an einem städtisch zentralgelegenen Knotenpunkt. Um den vielfältigen Belangen gerecht zu werden, vereint das Konzept die zentralen Mobilitätselemente Fahrrad, MIV und ÖPNV konzeptionell und arrangiert diese neu.
Die Wilhelmstraße behält ihre übergeordnete Funktion als Verbindungsstraße im Zweirichtungsverkehr (Tempo 30) bei, wird dabei allerdings in ihrer Ausprägung optimiert. Ein leichter Versatz nach Süden verschafft dem Bahnhofsvorplatz und dem ZOB den nötigen Raum. Im Bereich der Querungen zur Abzweigung der Wilhelmstraße und zum Bürgerhaus ermöglichen Aufpflasterungen den sicheren Übergang für Fußgänger. Durch den deutlichen Materialwechsel und die Erhöhung der Fahrbahn entsteht im motorisierten Verkehr zusätzlich eine Temporeduzierung und damit gesteigerte Aufmerksamkeit. Die Zufahrten des ZOB priorisieren durch Lichtsignalanlagen den Busverkehr und ermöglichen eine konfliktfreie Ein- bzw. Ausfahrt der Busse.
Der zentrale Omnibusbahnhof wurde umfassend neuorganisiert und als Ergänzung des Bahnhofvorplatzes in das freiraumplanerische Gesamtkonzept eingebunden. Intuitive Wegeführung und die Erfüllung der Mobilitätsansprüche stehen im Mittelpunkt der Konzeption.
Das Ensemble aus Bahnhof, Radstation und ZOB, ergänzt durch direkte Fuß- und Radwegeverbindungen, lässt den Ibbenbürener Bahnhof zukünftig zu einem zentralen Rückgrat der städtischen und überregionalen Mobilität werden.

STANDORT
Ibbenbüren
BAUHERR
Stadt Ibbenbüren
PROJEKTPARTNER
emig-vs Ingenieurgesellschaft mbH, Düsseldorf
GESAMTBAUKOSTEN
BAUSUMME FREIANLAGE
PLANUNGS- UND BAUZEIT
2023 –
WETTBEWERB
1. Preis
Nichtoffener Wettbewerb 2022

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