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Bildungscampus Herford

Projekt-Details

Nach dem Abzug der britischen Streitkräfte aus Herford soll auf der ehemaligen Wentworth-Kaserne ein innovativer und nachhaltiger Bildungscampus entstehen, der vorbildlich für die Synergien von Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft steht. Die Konversionsfläche soll in die umliegenden Quartiere und in das Stadtgefüge integriert werden und durch attraktive Freiflächen einen Mehrwert für die Bewohner und Nutzer des Campus generieren. Der prägende Charakter des Ensembles aus denkmalgeschützten Kasernengebäuden ist dabei zu erhalten und bei der Gestaltung der Freianlagen aufzugreifen.

„Bildungsboulevard“

Unser freiräumliches Konzept verfolgt die Idee, dem Campus eine klare innere Grundstruktur zu verleihen, sodass ein harmonisches Ensemble aus Kasernengebäuden und Grünflächen geschaffen wird und gleichzeitig die Vernetzung zu den umliegenden Stadt- und Grünräumen hergestellt wird.

Die Organisation der Erschließung spielt für die Qualität des Freiraums auf dem Campus eine wesentliche Rolle. Damit im Inneren des Campus eine hohe Aufenthaltsqualität erzielt werden kann wird der Autoverkehr weitgehend aus dem Kernbereich herausgehalten. Die im Süden des Areals positionierten Parkplätze werden im Westen von der Liststraße und im Nordosten von der Vlothoer Straße aus erreicht. Der innere Bereich des Campus soll – vergleichbar einer Fußgängerzone – lediglich für Anlieferung und Menschen mit Behinderung befahren werden können.

Durch diese verkehrliche Organisation ist es möglich, eine autofreie Verbindung zwischen Kongresszentrum und den weiteren Kasernengebäuden zu schaffen, die als „Bildungsboulevard“ das zentrale Rückgrat des Campus definiert. Der Bildungsboulevard startet am repräsentativ gestalteten Platz am Offizierskasino an der Liststraße und verbindet in Ost-West Richtung die angegliederten Freiräume und Gebäude. Der Eingangsplatz bindet das Offizierscasino mit seinem aufgewerteten Garten verstärkt an das Gesamtensemble des Campus an, die umschließende Mauer im Bereich des Eingangsplatzes wird in Teilbereichen geöffnet, die Grünfläche östlich des Casinos wird in Form von Sitzangeboten in der Rasenfläche aktiviert, sodass der Eingangsplatz weiter belebt wird.

Der Bildungsboulevard ist nicht nur der barrierefreie „Verteiler“ auf dem Campus sondern gleichzeitig als „interaktive Bildungsmeile“ der zentrale Ort für den Austausch zwischen den verschiedenen Fachbereichen, Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft. Die Freiräume inmitten der Baumallee sind mit digitalem und analogen Ausstellungsmobiliar ausgestattet, das von den verschiedenen Fachbereichen für Ausstellung und Kommunikation flexibel genutzt werden kann. Die Bildung wird hier sprichwörtlich aus den Gebäuden nach außen getragen, um den interdisziplinären Austausch und die Kommunikation mit der Öffentlichkeit zu fördern.

„Quartiersgarten“

In Nord-Süd Richtung bildet ein großzügiger „Quartiersgarten“ als „Freiraumkreuz“ das grüne Pendant zum urbanen Bildungsboulevard. Der vielfältig nutzbare Quartiersgarten stellt die wichtige Verbindung zum nördlichen Hammersmith-Areal her und ist wie der gesamte Campus für die Öffentlichkeit nutzbar. In Ergänzung zum belebten Boulevard bietet der grüne Campuspark viel Platz für Entspannung und Bewegung. Die durch Baumalleen eingefassten Rasenflächen sind für Spiel, Bewegung, Picknick und Liegewiese frei zu benutzen. Unterhalb der Bäume, die den Quartiersgarten rahmen sind verschiedene Aktionsfelder für Boules, Tischtennis, Gesellschaftsspiel etc. integriert. Die Angebote sind für alle Generationen ausgelegt und auch barrierefrei nutzbar. Das historische Uhrengebäude setzt an der Schnittstelle von Bildungsboulevard und Quartiersgarten einen architektonischen Akzent auf dem Quartiersplatz und einen wichtigen Orientierungspunkt auf dem Campusareal.

„Seminarhöfe und Campusforum“

Die weiteren platzartigen Grünräume nördlich des Bildungsboulevards zwischen den Kasernengebäuden sind in ihrer Nutzungsausrichtung vor allem dem Bildungscampus zugeordnet. Die grünen „Seminarhöfe“ sind als flexibel nutzbare Kommunikations-, Begegnungs- und Lernorte konzipiert und sind mit einer Mobiliarfamilie aus „smarten Lerndecks“ ausgestattet.

Der zentral gelegene Seminarhof nördlich des „Startup-Gebäudes“ bildet dabei in Form eines besonders großzügigen Lerndecks das interdisziplinäre „Campusforum“ aus. Auf dem Deck können auch für größere Gruppen Seminare im Freien gehalten werden, Veranstaltungen stattfinden und gastronomische Angebote integriert werden. Aus den „Falten“ des teppichartigen Decks bilden sich unterschiedliche Tisch- und Bankhöhen mit integrierten Ladestationen für Tablets und Laptops. Dies bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel kleinere Outdoor-Meetings, Gruppenarbeiten oder Präsentationen. Auf der Fläche vor dem Startup-Gebäude unterstreicht ein Wasserspiel die besondere Bedeutung des Campusforums innerhalb der Seminarhöfe. In den beiden weiteren Seminarhöfen sind die Lerndecks in ihrer Dimensionierung vor allem für die Kommunikation in kleineren Gruppen ausgelegt.

„Grüner Saum“

Der Campus ist im Norden, Süden und Westen von einer lockeren Saumpflanzung umschlossen, die das Areal in die anschließenden Bebauungs- und Grünstrukturen einbettet. Die bestehenden Bäume sind dabei in weiten Teilen in die Planung integriert. Die extensiven und naturnahen Grünflächen des umlaufenden Saums, die Seminarhöfe und der Quartiersgarten können für die Entwässerung und Retention genutzt werden. Die Seminarhöfe erhalten jeweils durch ausgewählte Baumarten mit individuellen Blüh- und Farbaspekten im Laufe der Jahreszeiten eine eigene Identität.

Verkehr

Die Anbindung an die Umgebung erfolgt über die Liststraße und im Nordosten über die Vlothoer Straße, wo der Hauptverkehr zu den südlich gelegenen Parkplätzen geleitet wird. Die Parkplätze sind in baumbestandenen Feldern gegliedert und in die Grünstruktur aus den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Baumreihen eingebettet und somit über attraktive Wege an den Bildungsboulevard angebunden. Die Parkplätze werden damit ein integraler Bestandteil des Campus.

Zusätzliche Parkplätze befinden sich seitlich an den Erschließungsstraßen. Die Parkplätze für Behinderte befinden sich an der Nordseite der ehemaligen Kasernengebäude. Zudem gibt es auf den beiden Hauptparkplätzen Stellplätze für Carsharing und Ladestationen für E-Mobility. Die Fahrradabstellanlagen und E-Bike Ladestationen sind dezentral organisiert und an jedem Gebäude zu finden. Um schnell innerhalb des Campus von A nach B zu kommen gibt es campuseigene Cityroller. Der Verleih befindet sich südlich des Offizierscasinos, wo die Fahrräder außerdem überdacht sind. Die ÖPNV Bushaltstellen befinden sich jeweils an den Haupt-Eingangssituationen des Bildungscampus.

STANDORT
Herford
BAUHERR
STADTENTWICKLUNGSGESELLSCHAFT HANSESTADT HERFORD MBH
PROJEKTPARTNER
GESAMTBAUKOSTEN
BAUSUMME FREIANLAGE
PLANUNGS- UND BAUZEIT
WETTBEWERB
Finalrunde, zur Überarbeitung aufgefordert